Menschen brauchen Märchen

Wenn ich zaubern könnte, würde ich die Wochen kürzer oder länger zaubern", sagte gestern eine Schülerin."

Ihr Grund leuchtete mir ein: Sie hatte gerade eine Woche lang Märchen geschrieben und wollte damit jetzt auf gar keinen Fall aufhören. Und ich wollte es auch nicht. Schließlich konnten wir uns eben noch unsichtbar machen, durch die Zeit reisen, und Gedanken lesen.

Wer würde diese übernatürlichen Kräfte schon freiwillig und kampflos abtreten?


Nun, wir taten es. Gaben uns geschlagen. Widerwillig, aber was sollten wir auch tun? Die Realität klopfte bereits an. Es war 9 Uhr. Zeit für Schule und Arbeit. Zeit für den Wahnsinn der Welt. Dennoch zog ich anders zurück in den Alltag. Irgendwie verwandelt von der Magie der Märchen. Mir war, als könne ich noch immer fliegen und Magisches vollbringen.


Märchen stärken Kinder, denn sie helfen ihnen Lebensfragen zu beantworte und Gefühle zu klären. Im Märchen Der Geist im Glas der Brüder Grimm lernen Kinder beispielsweise ihre Grenzen zu erweitern und sich auf Unbekanntes und Schwieriges einzulassen. Dazu bedarf es Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie erkennen auch, dass es wichtig ist im Leben, offen und eigenständig die Welt zu entdecken.


Könnte ich zaubern, würde ich ein Medikament heraufbeschwören, das alle Menschen heilt"

In Märchen und in der Fantasie ist alles möglich. Das bestärkt Kinder darin, sich mehr zuzutrauen. Könnte ich zaubern, würde ich ein Medikament heraufbeschwören, das alle Menschen heilt", sagt Lisa* während unserer Abschlussrunde. In Zeiten einer globalen Pandemie rührte mich ihr Wunsch sehr. Auch deshalb fiel es gestern schwer, das Land der Hexen und Zauberer gegen die Realität zu tauschen.




Zum Weiterlesen


*Name geändert

22 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
KONTAKT

Caspar-Voght-Straße 90

20535 Hamburg

nichtsalsworte2020@gmail.com

Mobil: 0160 97973856

  • Schwarzes Facebook-Symbol
  • Schwarzes Instagram-Symbol

© 2021 Nichts als Worte